Phil Knight: Shoe Dog

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Titel: Shoe Dog
Autor: Phil Knight
ISBN-10: 3898799921
Verlag: FinanzBuch Verlag
Format: Gebundene Ausgabe
Seitenanzahl: 448
Abmessung: 15,6cm x 22,1cm
Erscheinungsdatum: 27.04.2016

tenniswelt.biz Bewertung: 
 

Nike – die Siegesgöttin in der griechischen Mythologie. Wahrscheinlich hat jeder irgendeinen Artikel des Sportartikelgiganten in seinem Schrank. Die Wenigsten wissen aber vielleicht, wer eigentlich dahintersteckt und wann das Unternehmen so groß geworden ist. Unter welchen Umständen, bzw. auf wessen Kosten. Auch wenn das Buch auf diese negativen Seiten praktisch gar nicht eingeht. Aber dazu komme ich noch.

Mein Blog handelt über die Biografie von Gründer Philip „Phil“ Knight, der in Portland im US-Bundesstaat Oregon nach seinem Studium völlig planlos war. Er jobbte 1962 als Buchhalter um sich ein paar Dollar zu verdienen, doch er wollte raus. Raus in die Welt, bereiste Asien, flog nach Japan und kaufte für 50 Dollar mehrere Paar Schuhe in einer Fabrik der Firma Onitsuka Tiger (heute Asics). Nicht um die Schuhe zu tragen, viel mehr wollte er sie in den USA verkaufen. Am Anfang direkt aus dem Kofferraum seines Plymouth. Schnell steigerte sich das Bestellvolumen auf 1.000 Dollar und mehr. Knight stellte schnell fest, dass der Vertrieb allein aus dem elterlichen Kinderzimmer kaum zu stemmen ist. Seine erste Firma sollte Blue Ribbon Sports heißen und die gesamten USA erobern.

Also holte er sich den extrem ehrgeizigen Bill Bowerman mit ins Boot, den er bereits bei seinem Studium kennenlernte und der künftig als Verkäufer sein erster Angestellter für monatlich 400 Dollar sein sollte. Der Vertrieb wurde immer größer, es wurden stetig neue Angestellte angeworben, Sportler (oder die, die es einmal waren), Aussteiger und Querdenker.  Aus der Not, weil Knights japanischer Lieferant andere Wege gehen wollte und den Vertrag beabsichtigte zu kündigen, musste er parallel ein zweites Standbein aufbauen. 1964 kam der Swoosh auf den Schuh und Nike war geboren, ebenfalls produziert in einer japanischen Fabrik.

Ich bot Ilie Nastase 5.000 Dollar. Er wollte 15.000 Dollar. Wir einigten uns bei 10.000 Dollar

Solche Erfolgsstorys lieben die Amis. Vom Tellerwäscher zum Millionär.

Der Leser (bzw. Hörer) erhält sehr viele Details rund um die Gründung und den Aufbau des heute größten Sportartikelherstellers der Welt. Dagegen wird Privates vom langjährigen Gründer und CEO eher oberflächig erwähnt. Dieser Anteil im Buch ist deshalb eher gering. Im letzten Abschnitt des Buches zieht Knight ein Fazit und schneidet das unangenehme Thema der Arbeitsbedingungen in den Produktionsfabriken leider nur kurz an. Mir ist die Darstellung auch teilweise zu geschönt.  So wollte er Arbeitern in der Fertigung höhere Löhne zahlen, wurde aber von der dortigen Regierung ausgebremst, weil er damit das Lohngefüge anderer Gewerbe kaputt mache. Man möge sich daraus seine eigene Meinung bilden.

Wir führen mit Adidas einen Krieg ohne Kugeln

Ein bisschen Patriotismus spielt immer eine Rolle, wenn Amerikaner ihre Geschichte erzählen. Wenn die Geschichte dann auch noch so extrem erfolgreich ausgeht, zugegebenermaßen zurecht. Wie man sich immer größere Ziele gesetzt hat, man am Anfang überhaupt nicht daran gedacht hat, die Übermacht Adidas angreifen zu können. Diese Story beeindruckt ungemein. Auch wie man sich immer wieder dagegen gewehrt hat, Nike an die Börse zu bringen. Außer Acht zu lassen, wieviel Geld es in die Kassen spült und es für viel bedeutender zu halten, dass man ein Stück weit das Sagen im Konzern damit abgibt.

Auch wenn ich mir in gleichen Teilen die neuere Geschichte im Buch gewünscht hätte. Zum Beispiel wie der „Just do it“ Gedanke entstanden ist. Oder wie es für Phil Knight war, die Fäden als CEO aus den Händen zu geben. Gerade weil man stets im Hinterkopf hat welches Imperium entstand, ist das Buch sehr lesenswert. Und trotz der ausführlichen Kapitel, die einfach nach den Jahren benannt worden sind, wurde es nie langweilig. 

Wohl eine der ehrlichsten Unternehmensbiografien, die ich gelesen habe.

 

 

  • detaillierte Anfänge des Unternehmens mit Blick hinter den Kulissen 

  • spannend und inspirierend zugleich 

 

  • die „Neuzeit“ der 90er und 2000er oft nur in Nebensätzen erwähnt

 

Peter Scholl: Richtig Tennis spielen

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© blv Buchverlag
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Titel: Richtig Tennis spielen
Autor: Peter Scholl
ISBN-10: 3835404776
Verlag: BLV Buchverlag
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 143
Abmessung: 22 cm x 15 cm
Erscheinungsdatum: 01.03.2009

tenniswelt.biz Bewertung: 

Der Autor Peter Scholl hat diesen Ratgeber aus eigener Erfahrung geschrieben.Scholl war Profispieler und von 1956-1958 sogar Spieler des deutschen Davis-Cup Teams. Später dann noch Bundesligatrainer. Ein erfahrener Mann, der mit Fachwissen nicht geizen muss.

Ob sämtliche Arten des Aufschags, wie den Twist, den Slice oder den geraden Aufschlag - eine detaillierte Ausführung des Stops mit bilderreicher Anschauung oder zum Beispiel die genaue Erklärung der Beinarbeit bei der einhändigen Rückhand: Peter Scholl lässt keine Spielsituation unkommentiert. Der Hobbyspieler bekommt auch beim Halbflugball erklärt, wie die Griffhaltung auszusehen hat, die optimale Schwungphase an der Grundlinie auszuführen ist. Man bekommt Hilfestellungen in praktisch allen Lebenslagen eines Matches.

Am Anfang des Buches sind die Basics bestens beschrieben. Wie groß ist ein Tennisfeld? Welche Eigenschaften hat ein Teppichbelag in der Halle und welchem Spiel kommt er dabei entgegen? 

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