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Rafael Nadal: Rafa. Mein Weg an die Spitze

@ Edel Books Coverrechte liegen beim genannten Verlag

Titel: Rafa. Mein Weg an die Spitze
Autor: Rafael Nadal
ISBN-10: 3841901239
Verlag: Edel Books
Format: Taschenbuch
Seitenanzahl: 304
Abmessung: 13,5 cm x 21 cm
Erscheinungsdatum: 05.12.2012

tenniswelt.biz Bewertung: 

Wenn ich Bücher von Federer und Djokovic vorstelle, komme ich natürlich nicht an den 3. Ausnahmespieler vorbei, der die Auswahl der drei besten Spieler aller Zeiten erst komplettiert.

Die Biografie ist zwar schon ein paar Jahre alt und es sind inzwischen etliche Major- und Masters Titel hinzugekommen. Dennoch sind die Duelle in Ihrer Art und Weise, die Gegner und auch die Orte des Geschehens gleichgeblieben.

leich zu Anfang erzählt Rafa über seinen Wimbledonsieg 2008 gegen Roger und dabei in mehreren Etappen, wie das Match abgelaufen ist. Dieses Grand Slam ist der Leitfaden des gesamten Buches und dient immer wieder als Rückblende zu den anderen Kapiteln. Abermals mit Rückblicken von seinen Anfängen als kleiner Junge vermischt.

In dem Kapitel merkt man auch deutlich, dass sich beide nicht nur als Profi respektieren, sondern auf eine gewisse Art auch mögen. Freundschaften auf der Tour sind eher selten, vielleicht ist es bei ihnen sogar eine Art Vorstufe.

 Zwischen Federer und mir gab es zwar einen Unterschied beim Talent, aber er war nicht unüberbrückbar groß

Damals nahm ihn sein Onkel Tony Nadal unter seine Fittiche. Zusammen mit anderen Kindern in seinem Alter. Wer meine anderen Buchrezension gelesen hat, wird sehr schnell Parallelen zu anderen Eltern-Familien-Tenniskind Beziehungen erkennen: Maria Sharapova, Jelena Dokic, Boris Becker: sie alle erlebten den Drill und den hohen Preis der verlorenen Kindheit. Das ist beim Spanier nicht anders, doch Rafa beklagt sich im Buch wenn überhaupt nur beiläufig darüber. Beispielsweise, dass er als einziger immer nach dem Training sämtliche Plätze abziehen musste und er als Neffe vom Trainer Tony eher Nachteile als Vorteile genoss. Der Leser erahnt also nur den Drill, ohne dass explizit auf ihn eingegangen wird.

Der Mann aus Manacor stellt durch alle Kapitel hinweg immer die Nähe zur Familie in den Vordergrund. Besonders die drei wichtigsten Frauen in seinem Leben. Seine fünf Jahre jüngere Schwester Maribel, seine Mutter Ana Maria und natürlich seine Freundin (und nun Frau) Maria Francisca Perello. Durch die Trennung seiner Eltern im Jahr 2009 brach für ihn eine Welt zusammen. Was sich nicht zuletzt auch durch das sportliche Tief mit dem Aus in Runde 4 der French Open gegen Robin Söderling bemerkbar machte. Fast niemand wusste es zu der Zeit und er hat als vorwiegenden Grund andauernde Knieprobleme angegeben. „Meine Eltern waren die Säulen, der heilige, unantastbare Kern meines Lebens“… diese waren nun eingestürzt.

Auf Wimbledon verzichtete er im selben Jahr gänzlich und verlor schließlich auch die Nr.1 an Roger Federer.

 In diesem Finale lernte Federer, wenn man Rafa schlagen will, muss man nicht einmal, zweimal, sondern viele, viele Male auf ihm herumtrampeln

Als roter Faden im Buch dienen Rafa seinen großen Matches. Wohl einer seiner größten Siege: das Wimbledon Finale 2008 gegen Roger und das gewonnene Finale in Flushing Meadows 2010 gegen Novak. Diese Matches werden ausführlich und für den Tennisfan sicherlich mitreißend umschrieben.

Und somit komme ich zum entscheidenden Punkt. Wer mehr über den Menschen Rafael Nadal erfahren will, kommt sicherlich auf im Buch auf seine Kosten. Vergleichbar mit Andre Agassis „Open“ sind die Einblicke aber nicht. Hier fehlt dem Buch manchmal die Tiefe. Nahbarer und menschlicher machen den besten Sandplatzspieler aller Zeiten zum Beispiel seine Angst vor Spinnen oder dass seine geliebte Mama seine Koffer packt, er ein unglaublich schüchterner Typ ist. Sein dominanter Auftritt auf den Courts dieser Welt lässt das nicht unbedingt vermuten. Zu Nadals Verteidigung muss man allerdings anmerken, dass Agassi seine Biografie erst drei Jahre nach seinem Rücktritt, im Jahre 2009 veröffentlich hat. Ich denke, dass man als noch aktiver Profi einfach weniger preisgibt. 

Auch wenn es mittlerweile schon einige Jahre auf dem Markt ist und bekanntermaßen Rafas Siegesserie nicht abgerissen ist, kann ich das Buch definitiv empfehlen. Selbst Fans des Mallorquiners finden das eine oder andere Detail oder Hintergründe, die sie vorher nicht kannten. Etwas weniger nüchtern geschrieben hätte ich es trotzdem oftmals gerne gehabt.

 
  • flüssig und verständlich geschrieben
  • viele Insiderinformationen  

 

  • das Privatleben wird manchmal zu kurz behandelt 
  • oft Kapitelsprünge zwischen Matches und Leben

 

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