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Simon Graf: Roger Federer. Weltsportler. Ballverliebter. Wohltäter

@ Kurz und Bündig Verlag Coverrechte liegen beim genannten Verlag

Titel: Roger Federer. Weltsportler. Ballverliebter. Wohltäter
Autor: Simon Graf
ISBN-10: 3907126009
Verlag: Kurz und Bündig Verlag
Format: Broschiert
Seitenanzahl: 160
Abmessung: 12,4 cm x 19 cm
Erscheinungsdatum: 27.09.2018

tenniswelt.biz Bewertung: 

Biografie Roger Federer.  Wer diese drei Wörter in amazons Suchleiste eingibt, erhält mehrere Treffer. Die Karriere ist lang und die Auswahl an Büchern ebenso.

Ich habe mir einmal das aktuellste genauer angeschaut. Es stammt von Simon Graf, Journalist und ebenfalls Schweizer.Die Biografie ist nicht autorisiert, sondern basiert auf Erlebnissen, die der Autor auf seinen Reisen mit Roger Federer rund um die Welt gesammelt hat.

Zunächst fällt mir erfreulich auf, dass man theoretisch das Buch kreuz und quer lesen. Die Kapitel sind nicht zusammenhängend und jedes für sich geschlossen.

Roger Federer ist der beste Tennisspieler aller Zeiten und dazu einer der besten Sportler. Da kann man nicht alles erwähnen, sich nicht in Details verstricken. Das hat der Autor überwiegend sehr gut gelöst. Gentleman, freundlich, loyal - einfach menschlich. So kommt er nicht nur über den Bildschirmen rüber, so nimmt ihn auch jeder wahr, der mit ihm näher  zu tun hatte.

Alle Rekorde, Titel und Teilnahmen aufzuzählen würde den kompletten Rahmen sprengen. Das wird im Buch auch nur immer am Rande angeschnitten. Im Finale von Dubai 2019 schlug Federer den griechischen Newcomer Stefanos Tsitsipas, der bei Federers allerersten Turniersieg in Mailand 2001 gerade einmal 2 Jahre alt war.

   Ich würde dich liebend gerne hassen. Aber du bist einfach zu nett.

Andy Roddick nach dem verlorenen Wimbledon-Finale 2005

Unglaubliche Zahlen. Bedenkt man auch, dass seine Gegner am Anfang noch Pete Sampras oder Andre Agassi hießen.

Wenn wir beim Tennis bleiben, hatte jeder Ausnahmespieler seinen ultimativen Gegner. Einen Kontrahenten, ohne den er nicht an seine Leistungsgrenze hätte gehen können. John McEnroe hatte Jimmy Conners; Boris Becker hatte Stefan Edberg; Andre Agassi hatte Pete Sampras und Roger Federer- richtig: Rafael Nadal! Hat man oft gemeint, für Roger gibt es gar keine richtigen Gegner, so war der Mallorquiner stets der unangenehmste. Kaum auszudenken, wieviele Grand Slam Titel mehr der Schweizer auf der Habenseite hätte ohne Rafa. Denn auch mit ihm sind es unglaubliche 20.

Im Buch wird sehr gut hervorgehoben wie wichtig seine Frau Miroslava Federer-Vavrinec, die alle nur „Mirka“ nennen, für seine mentale Stärke ist. Wie sie seit fast 20 Jahren an seiner Seite, ihm auch den Freiraum lässt die Tour Jahr für Jahr erfolgreich zu meistern. Selbst nach den Geburten der beiden Zwillingspaare ist Mirka fast bei jedem Turnier dabei um ihrem Mann den Rücken freizuhalten. Vielleicht kann man das Leben eines Tennisprofis nur verstehen wenn man selbst vier Jahre auf der WTA-Tour auf höchstem Niveau gespielt hat - so wie Mirka.

In dem Buch ist die Marke Federer ebenfalls ein Thema. Sein soziales Engagement, nicht zuletzt durch seine Roger Federer Stiftung, und wie er dort aktiv ist, macht noch mal deutlich, wie sehr ihn sein Elternhaus geprägt hat.

Natürlich weckt seine skandalfreie Bilderbuchkarriere zwangsläufig das Interesse diverser Sponsoren. Unglaubliche Karriere, unglaubliche Erfolge= unglaubliche Einnahmen. Seriöse Analysten schätzen sein Vermögen bereits schon jetzt auf ungefähr 800 Millionen Dollar. Manche Kapitel beinhalten Zahlen, die einen fast schwindelig machen.

Über Roger Federer gibt es mittlerweile mehr als 50(!) Bücher. Natürlich nicht ausschließlich Biografien, sondern auch Technikbücher, Bildbände und diverse Taschenbücher.

Muss man also dieses Buch unbedingt gelesen haben, weil es sich abhebt oder unterscheidet? Ich denke nicht.

Zugegeben, ist es für einen das allererste Buch über den besten Tennisspieler aller Zeiten, so wird man es verschlingen. Alleine um sich von den Superlativen angeregt berieseln zu lassen. Das beeindruckt immens. Für alle Anderen wird sich im Buch nichts neues entdecken lassen, was aber nicht heißt, dass es schlecht geschrieben oder recherchiert ist.

Verglichen mit anderen, auch unautorisierten Biografien, leider nur guter Durchschnitt.

 

 

 

  • Gute und informative Recherche mit vielen, in sich abgeschlossenen Kapiteln.

 

  • Nicht viel Neues und irgendwie alles schon einmal da gewesen
  • Die Bilder im Buch wiederholen sich gefühlt mehrmals.

 

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